»Das Leben ist wie eine Rolle auf dem Theater. Es kommt nicht darauf an, dass lange, sondern dass gut gespielt wird« – eine weise Erkenntnis des Philosophen Seneca zu der Frage, wie man sein Leben sinnvoll gestaltet.
Gerade in Krisenzeiten sollte man sich die schönen Dinge im Leben vor Augen halten und sich nicht mit schlechten Gedanken herumschlagen. Und es gibt vieles, was das Leben lebenswert macht. Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist eine der Grundfragen der Philosophie und wohl die wichtigste Frage der Menschheit.
Religionen
Ob Islam, Christen- oder Judentum: Häufig ist es die Verbindung zu Gott, die Einhaltung der göttlichen Gesetze und das Vollbringen guter Taten, das dem Leben der Menschen einen Sinn gibt. Hindus und Buddhisten versuchen dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburten und des Leidens zu entkommen, indem sie unter anderem der Gier und dem Egoismus entsagen. Am Ende steht die Erlösung bzw. das Freisein von Sünden. Es gibt auch Ungläubige, zum Beispiel Atheisten. Sie glauben nicht an die Existenz von Göttern oder sehen die Existenz als sehr unwahrscheinlich an und sie hinterfragen Glaubenseinstellungen kritisch. Überspitzt gesagt: Für manche ist Religion das Wichtigste im Leben, für andere hat sie keinerlei Bedeutung. Aber egal welche Ansicht man vertritt: Sobald man seine eigene Meinung bildet, hat man etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt.
Philosophie
In der Philosophie der Antike bestand der Lebenssinn hauptsächlich darin, Glückseligkeit zu erreichen. Doch da fängt das Problem schon an: Es wurde keine einheitliche Definition von Glück gefunden, auch der Weg zum Glück war nicht klar. Schon viele Denker haben sich darüber den Kopf zerbrochen. Laut Platon kann der Mensch nur ein erfülltes Leben leben, wenn die drei Seelenteile, also Mut, Triebe und Vernunft im Gleichgewicht liegen und sich nicht widersprechen. Für Platons Schüler Aristoteles liegt der Weg zum Glück allein im Philosophieren und im wissenschaftlichen Forschen.
Dagegen kritisierte im Zeitalter der Aufklärung der deutsche Philosoph Immanuel Kant die bisherige Vorstellung von Glück und meinte stattdessen, dass der Mensch durch seine Vernunft nicht in der Lage ist, zu eindeutigen Antworten zu gelangen.
Bis heute gibt es noch keine klare Erkenntnis über den Sinn des Lebens. Doch jeder kann versuchen, seinen eigenen »Way of Life« zu definieren. Was treibt uns an, was macht uns glücklich?
- Michael Schuhmacher (Formel-1-Rekordmeister): »Jeder Tag aufs neue…« (Quelle)
- Guido Westerwelle (Bundesvorsitzender der FDP): »Geselligkeit macht das Leben lebenswert.« (Quelle)
- Cicely Saunders (englische Ärztin): »Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.« (Quelle)
Teasergrafik: Jürgen Acker / Pixelio.de
Veröffentlicht bei thema & f79