Fleischlos
Mit der Erfahrung, einem toten Tier den Weg durch menschliche Innereien erspart zu haben, kann man sich mit olympischen Göttern messen. So meine Vorstellung. Wer Gutes tut, dem wird schließlich Gutes widerfahren. Deshalb wagte ich einen ungeheuren Versuch: zwei Monate ausnahmslos vegetarische Kost!
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Bei stechender Hitze am See geht es los. Und die Sonne ist nicht mein einziger Peiniger: Ein Tropfen Fett verdampft mit einem von mir innig geliebten Zischen an der Grillkohle. Der himmlische Duft von bissfesten Steaks eingelegt in süßer Paprikasauce tanzt in meiner Nase Jive. Und ich greife zu. Nehme mir den daneben deponierten kaugummiartigen Grillkäse, der so schmeckt, wie er aussieht.
Doch wo bleibt die gesteigerte Lebensqualität? Was ist mit dem erwarteten guten Gefühl, etwas Sinnvolles getan zu haben? Nicht da. Dafür geht nach über acht Wochen mein alltäglicher Traum vom Fleischverzehr endlich in Erfüllung und ich esse den Vegetariern nicht mehr ihr Gemüse weg. Nur als Fleischfresser bin ich unabhängig und glücklich. Und nun zwei Monate im Rückstand.
Artikel erschienen in Noir Ausgabe 23 zum Thema "Glaube" || Bildquelle: Jürgen Nießen / pixelio.de- Selbstversuch: Fleisch-frei
- Ich lebe noch! Ein Fazit nach zwei Monaten ohne Fleisch
- Die ersten zwei Wochen Fleisch-frei
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