freiwillig in Tansania

Abschied für unbestimmte Zeit

Gruppenfoto mit Lissa

Und nun ist es auch schon wieder ein Monat her, dass der zweite Besuch wieder nach Deutschland zurück geflogen ist. Die gemeinsame Zeit war wundervoll. Dass Menschen, die mir so nahe stehen miterlebt haben und einen Eindruck davon bekommen haben, was ich an Tansania so liebe und vor allem wie ich hier lebe, bedeutet mir sehr viel.

Zurück in Butiama bricht die letzte Zeit an. Leider muss man sagen, aber wir versuchen jeden Moment davon zu genießen. Zum Glück ist die Schule noch ein paar Wochen geöffnet bevor sie für die langen Ferien schließt, sodass wir unsere Kinder noch eine kurze Zeit sehen können. Spontan wird ein kleines Abschiedsfest in der Schule organisiert. Wir backen mindestens 200 Maandazi (frittierte Teigbällchen) und kaufen Soda (Limonade) für alle. Wir haben es so gut es geht versucht geheim zu halten und bei den meisten Kindern ist uns das auch gelungen. Große, freudig erstaunte Augen gucken uns an, als das Piki mit dem Soda-Turm auf dem Gepäckträger ankommt. Für jedes Kind haben wir ein ausgedrucktes Foto von uns und dem Kind und einen Bleistift als Abschiedsgeschenk. Der Headmaster sagt noch ein paar wirklich nette Worte und dann kommt das, worauf schon alle sehnlichst gewartet haben. Wir verteilen die Soda und Maandazi. Die Freude kennt keine Grenzen und schon bald wird aus dem anfangs noch äußerst strukturierten ‚jede Reihe einzeln‘ ein ‚alle auf einmal‘. Aber heute ist das okay.
Danach wird laut Musik gespielt und wir tanzen bis das Abendessen für die Kinder fertig ist und wir nach Hause fahren.
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Unsere Tage

Lissa - unsere Tage

Der nächste Besuch sitzt fast schon im Flieger. Ich freue mich wahnsinnig auf meine Mami, Yannik und Olaf.

Da ich dann wieder unterwegs bin, möchte ich vorher noch ein kurzes Lebenszeichen von mir senden.

 

 

Der Stand in der Schule: super!

Die Arbeit macht mir unglaublich viel Spaß, endlich. Die Bibliothek wird von Woche zu Woche bunter und die Website der Schule ist auch fast fertig.

Unsere Kinder sind uns wirklich ans Herz gewachsen.

 

 

Ein Tag in Butiama, Tansania. Wir stehen gemütlich auf, die Musik im Duka (Laden) gegenüber läuft schon seit ein paar Stunden. Auf unseren Drahteseln und mit guter Musik im Ohr bezwingen wir einen Höllenberg zur Schule hinauf. Dort angekommen spielen wir Fußball mit den Jungs, tanzen mit den Mädchen in deren Schlafraum, spielen Gesellschaftsspiele, puzzeln, lesen, tuschen und wollen bald einen Laptop-Kurs starten. Wir kennen unsere Mädels und Jungs genau und wissen recht gut, wie wir mit ihnen umgehen müssen. Der ‚Student of the Day‘ wird täglich mit einem Schlüsselband gekürt, was einen Anreiz für ein kameradschaftliches Sozialverhalten geben soll.

Nachmittags. Nach einem kurzen Snack geht es zum Stendi (Butiama Zentrum – einmal über die Straße). Wir kaufen Lebensmittel ein, holen Kleider bei der Schneiderin ab, oder gehen einfach nur ein bisschen spazieren und kommen unter Leute. Dann wird mit Zawadi gespielt oder gekuschelt. Das kleine, zuckersüße Katzenbaby ist unser neuer Zuwachs und soll uns später, wenn sie groß ist, lästige Mäuse und Ratten fernhalten.

Abends werden wir lecker bekocht und legen uns nicht zur Ruhe, ohne vorher noch einen Film gesehen zu haben.

Unser zu Hause ist wirklich so toll – und die lieben Menschen dort noch toller.

 

 

Ja, wirklich so toll, dass wir noch nicht gehen möchten.

Tansania ist so ein schönes Land, Butiama ist unser zu Hause geworden, wir haben Freunde gefunden und ganz besondere Menschen kennengelernt, die einen festen Platz in meinem Herzen gewonnen haben.

Nach der Reise wären mir zwei Wochen einfach viel zu kurz, um mich von einem knappen Jahr, meinem Leben hier und meinen Liebsten zu verabschieden.

Daher bleiben wir noch einen Monat länger in Tansania und können so auch unsere Nachfolgerinnen kennenlernen und sie in die Arbeit und die Umgebung einführen.

Ja, unser Projekt wird weitergeführt. Das freut mich wirklich total und so besteht hoffentlich eine Chance auf eine langjährige Partnerschaft.

Seit dieser Entschluss steht bin ich wirklich glücklich und kann die letzte Zeit rundum genießen.

 

 

Ich sende die besten Grüße!

 

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Butiama und Umgebung

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„Das große Bild gibt sich nicht als Bild zu erkennen: es ist. Oder genauer: du befindest dich darin.“ – Antoine de Saint-Exupéry

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Familie und böse Geister

Lissa

Nach einer wunderbaren Reise durch verschiedenste Klima- und Vegetationszonen, durch verschiedenste Städte mit verschiedenster Kultur sind wir nun wieder zu Hause.

Das ist Butiama, unser zu Hause.

Die Schule ist noch immer geschlossen und so sind alle Kinder und der Rest unserer Familie da und kommen auf uns zugelaufen, sodass wir aus dem Umarmen gar nicht mehr raus kommen. Bei so einem Empfang freut man sich wieder da zu sein.

Ich spreche von zu Hause und ich spreche von Familie. Wir sind integriert und willkommen. Das ist ein tolles Gefühl!

Apropos Familie: Die Familie steht in Tansania an erster Stelle und ihr ist im täglichen Leben die größte Bedeutung zuzuschreiben. Viele Kinder zu haben ist eine gesicherte Altersvorsorge, denn es ist selbstverständlich sich um seine Eltern zu kümmern, wenn diese es selbst nicht mehr können. Fünf bis sechs Kinder sind dabei keine Seltenheit.
Jedoch herrscht eine strenge Hierarchie innerhalb des Clans.

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Eine tolle Reise mit tollem Besuch!

Diese Galerie enthält 33 Fotos.

Die Zeit rennt und unser erster Besuch landet am Kilimanjaro International Airport. Zusammen haben wir viel vom Land gesehen und auch bei uns zu Hause haben wir gemeinsam eine wunderbar schöne Woche verbracht. Eine tolle Zeit, die noch um Einiges …
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Shortcut

Lissas Artikel "Shortcut"

Schon wieder ist die Zeit so schnell vergangen. Ich kann es kaum glauben, aber in fünf Tagen kommt schon der erste Besuch und ich darf meinen Benno endlich wieder in die Arme nehmen. Deswegen gibt es auch heute nur einen kurzen Bericht, ich hoffe damit seid ihr trotzdem zufrieden.

Die letzten Wochen sahen wie folgt aus:
Zu den Fahrrädern gibt es nur wenig Neuigkeiten. Voller Elan und Motivation starten wir unseren Schulweg. Nach 10 Metern muss dieser aber schon wieder abgebrochen werden, da sich die Pedale von Noras Rad nun komplett verabschiedet hat. Um uns dennoch ein wenig für die bevorstehende Wanderung mit unseren Jungs zu wappnen, gehen wir nun täglich zu Fuß zur Schule. Die insgesamt ca. 2 Stunden Marsch sind ein willkommenes Programm zur sportlichen Betätigung, die die letzten Monate doch sehr vernachlässigt wurde. (mehr …)

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Von Trauer und Freude

Kurz nach unserer Rückkehr vom Zwischenseminar gleich eine unerfreuliche Nachricht. Eine Beerdigung stand auf unserer Wunschliste von afrikanischen Festen ganz unten, doch sollte es das erste sein, was wir erleben.

Die Rede ist von Kirato Butiku, dem Bruder unseres Gastvaters. Oft haben wir ihn schon gesehen, gern kam er auch gelegentlich bei uns vorbei, hat sich aufs Sofa gesetzt, sich unterhalten und dabei immer Fröhlichkeit und Heiterkeit ausgestrahlt.
Wir sind bestürzt und völlig überrascht. Zusammen mit Mama Lydia gehen wir eine halbe Stunde die Hügel hinauf und kommen schließlich am Haus des Verstorbenen an. Wir hören schon von Weitem die Schreie, doch als wir ankommen sehen wir viele viele Menschen unter Bäumen, an die Wand gelehnt und im Haus. Dort drinnen sind die Schreie am lautesten. Auch wir gehen hinein und uns wird der Tote gezeigt. Der erste tote Mensch, den ich in meinem Leben sehe. Wir gehen wieder raus und setzen uns an einen schattigen Platz.

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Die Farbe Türkis

Weihnachten mal anders. Von Weihnachtsstimmung kann in diesem Jahr keine Rede sein – wie auch bei 20 Grad und nur in T-Shirt?

Nur die geschickten Kekse, ein etwas verspäteter Adventskalender und sogar mein Lieblings-Weihnachtsbaumschmuck von meinen Liebsten aus der Heimat haben mich dann daran erinnert, was bald gefeiert wird.

Es ist der 22.12.2012. Sangu kommt überraschend über Weihnachten nach Butiama. Zusammen mit ihrer Adoptivtochter Dorothe verbringen wir ein paar schöne Tage zu viert. Wir fahren an einem Tag nach Musoma und sehen ein weiteres Haus der Butikus (ja, wir wundern uns auch). Direkt am See und zu unserer Freude wohnen Nyangi und Lois nun dort, sodass wir auch die beiden mal wieder sehen. An Heiligabend wird ein superkitschiger Plastikweihnachtsbaum gekauft, der in allen Farben – unter anderem auch türkis – blinkt und leuchtet. Eine nette Geste von Sangu uns Weihnachten so gewohnt wie möglich zu gestalten, denn das ist hier normalerweise nicht üblich.
Am 2. Weihnachtsfeiertag gehen wir zu viert in die Kirche, wo der polnische Prieser Father Matthius  einen sehr schönen Gottesdienst abhält. An diesem Tag ist es ungemütlich kalt und regnerisch, wir hören laut Weihnachtslieder und ein kurzer Anflug von Weihnachtsstimmung überkommt mich letztendlich doch noch. Es gibt ein leckeres Essen mit allem was das Herz begehrt.
Mittags werden die Geschenke verteilt. Alle Kinder, die zu der Butiku-Familie gehören, oder in den Ferien hier leben, weil sie keine Familie mehr haben, versammeln sich im Wohnzimmer. Sie haben ihre beste Kleidung an, die zum Teil durch die Jahre schon etwas kurz geworden ist und warten bis sie von Sangu aufgerufen werden. Vom jüngsten bis zum ältesten Kind geht es, auch wir sind am Schluss an der Reihe. Es werden kleine Geschenke gemacht. Für diejenigen, die noch nicht in die Schule gehen sind es praktische Dinge und für die Schulkinder sind es Stifte, Hefte oder Ordner.
Den Rest des Tages schauen wir uns mit Sangu Filme an und trinken tansanisches Bier.
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Von Mwanza bis Kigoma …und zurück.

Diese Galerie enthält 77 Fotos.

Zu unserer ersten längeren Reise gibt es viele schöne Fotos. Manchmal braucht es keine Erklärungen, da Bilder schon fast alles sagen.

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Reisen ist Leben

‚Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist‘.

 

Freitag, 23.11.2012
Wir fahren vormittags kurz in die Schule, um uns von den Schülern zu verabschieden bevor es in die großen Ferien geht. Doch leider sind wir zu spät und die meisten Kinder schon von ihren Eltern abgeholt. Nur noch ein kleiner Rest ist übrig geblieben und wartet auf Abholung.
Also fahren wir wieder nach Hause, wir müssen schließlich noch zuende packen. Mit der kleinen Butete (auch eine Butiku), dem Fahrer und wir beide sind wir nun zu viert auf dem Pikipiki und sausen den Abhang hinunter.
Die letzten Dinge werden in unsere Reiserucksäcke gepackt. Wie wir im Nachhinein feststellen mussten haben wir viel zu viel mitgenommen, sodass wir uns eigentlich unnötig abgeschleppt haben.
Zum Mittag wünschen wir uns von Nyangi DAS Kartoffel-Erdnuss-Essen und bekommen es natürlich auch.
Dann geht es auf einmal ganz schnell. Swantje (die Koorperation zwischen dem IB und den Pojekten) und ihre Kollegen sind da und nehmen uns mit dem Auto mit nach Mwanza. Also heißt es Abschied nehmen, denn Nyangi und die kleine Lois gehen bald nach Musoma. Keine weite Entfernung und wir werden sie sicherlich oft besuchen, aber leben werden sie leider nicht mehr mit uns.
4 Stunden Fahrt stehen vor uns. Es wird kurz ein Zwischenstop gemacht, um Fisch zu kaufen und weiter geht’s. Direkt vorbei an der Serengeti sehen wir in der Ferne sogar eine Zebra- und Gnuherde grasen.

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